Home 2007 2007: CH - SA (UL) Tagebuch 13. Tag, 05.07.2007: Von Luxor, Ägypten nach Jeddah, Saudi Arabien

13. Tag, 05.07.2007: Von Luxor, Ägypten nach Jeddah, Saudi Arabien

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Wir kommen um 8 Uhr auf dem Flughafen von Luxor an. Gelangweile Polizisten und ein nicht zu übertreffender administrativer Aufwand sorgen dafür, dass wir 2 Stunden benötigen um zur CT zu gelangen.
Bei der Überprüfung stelle ich fest, dass der Gashebel klemmt und neu justiert werden muss.

Schwanz

Luxor Flughafen

Bei der routinemässigen Kontrolle fällt mir auf, dass in linken Tank ca. 28L fehlen! Ich will der Sache auf den Grund gehen - jedoch verweigert mir die Polizei ihre Dienste. Die Petroleumfima ist überzeugt, dass das fehlende Nass durch Verdunstung sich verabschiedet hat und unser lokaler Agent verliert sich in Entschuldigungen! In der Woche in der unser Flugzeug in Luxor geparkt war, ist es im Cockpit durch die Sonneneinstrahlung so heiss geworden, dass sich der Kunststoff der Einbauhalterung des GPS verbogen hat.

Rep1

Rep2

Arbeiten bei 37°!

Mit einem Feuerzeug gelingt es mir, die Form soweit zu korrigieren, dass das GPS wieder in die Führungen hineinpasst. Was für eine Fehlkonstruktion!

Eine kurze Berechnung der verbleibenden Reserven und wir lassen den Ort des Geschehens hinter uns.

Nach dem Start werde ich fast im Minutentakt gebeten, meine Steigrate zur erhöhen und auf 9000 Fuss zu steigen. „That's all I can do" antworte ich auf die nervigen Aufforderungen.
Die Spuren der Zivilisation verschwinden schon bald und machen einer bizarren Wüstenlandschaft platz.

 


Wueste1

Wir steigen über der Wüste auf 9000 Fuss

Wueste2

Spiel von Licht und Schatten.

Kueste

Ein blau - gelber Dunst hüllt uns mit zunehmender Höhe ein so dass wir die Küste des Roten Meeres nur unschaf zu erkennen ist.

Die Temperatur ist angenehm kühl hier oben und die Höhe vermittelt etwas Sicherheit.
Alain ist eingeschlafen während die Sicht immer diffuser wird.

Pfuse

Alain, einmal mehr am Schlafen!

Die Sicht nimmt stetig ab und kurz vor Jeddah fliegen wir praktisch unter IMC Bedingungen. Das spielt aber keine Rolle, da wir sowieso aufgefordert werden den ILS Approach auf die Piste 34R auszuführen. Mein Versuch Approach klar zu machen das wir VFR fliegen wird einfach ignoriert. General Aviation kennt man hier nicht und es ist auch nicht bekannt, dass es Flugzeuge gibt, die legal keine Blindlandung durchführen dürfen! Zum Glück habe ich die CT mit einem NAV Empfänger ausgerüstet, der jetzt perfekt den Glide Slope auf dem HSI des Dynon D100 darstellt. Die IFR Aproach Plates zahlen sich jetzt ebenfalls aus.

Etwa 50m über dem Boden erkennen wir Konturen und dann ist auch schon die Piste vor uns sichtbar. Nach der Landung erfahre ich, dass die Bedingungen das Fliegen unter Sichtflugregeln (VFR) zulassen, was allerdings wenig nützt ohne Geländepunkte im endlosen Sand.
Die Einwanderungsbehörde hat offenbar nicht auf uns gewartet! Die Formalitäten dauern eine geschlagene Stunde und wir fühlen uns irgendwie unwohl. Auf dem Flughafen von Jeddah landen viele VIP Flugzeuge mit Hunderten von Pilgern. Wir fallen mit unser westlichen Bekleidung in diesem endlosen Weiss als „Ungläubige" auf.

Ich bin auf Grund der bisher gesammelten Daten über Treibstoffverbrauch (17,67l/h) und durchschnittliche Reisegeschwindigkeit (195,7 kmh) skeptisch gestimmt und zweifelt daran, den nächsten Flugabschnitt bewältigen zu können.
Die Erfahrungen auf dem letzten Flug führen dazu, dass ich den verbleibenden Treibstoff im rechten Tank in einem Eimer und einer 1 Literflasche abmesse.
Das Ergebnis ist ernüchternd. In den linken Tank fliessen beim Betanken ganze 58 Liter und der rechte Tank fasst kaum mehr als 60 Liter.


Im besten Falle haben wir also eine Tankkapazität von 120 Litern! Dem original mitgelieferten Messstab zufolge müssten wir aber mehr als 140 Liter Treibstoff im Tank haben.
Wir haben ein echtes Problem!

Ohne meine Beobachtungen wären wir beim Versuch ohne Zwischenhalt von Jeddah nach Djibuti zu fliegen möglicherweise kläglich und mit nassen Füssen gescheitert!

Jet Aviation, unser lokaler Hadlingagent, bemüht sich für uns eine Alternative Route zu finden, was sich auf Grund des Feiertages (Freitag) als sehr schwierig erweist.
Weder Eritrea noch Jemen antworten auf unsere diesbezüglichen Anfragen. Wir fahren ins Hotel und gehen früh zu Bett.

 

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