Home 2007 2007: CH - SA (UL) Tagebuch 11. Tag, 03.07.2007: Von Marsa Alam nach Luxor, Tal der Könige

11. Tag, 03.07.2007: Von Marsa Alam nach Luxor, Tal der Könige

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Auf der Rückfahrt schlafen wir im Taxi, dessen Klimaanlage im Grenzbereich läuft. Unter 4000 Touren gibt es keine kühle Luft und Fahrer versucht Diesel zu sparen… Das Thermometer zeigt 42°C an.

7 Stunden nach dem wir aufgestanden sind erreichen wir Luxor, gehen Essen und fahren danach sofort ins Tal der Könige. Seit hier offiziell im Jahre 1898 mit professionellen Ausgrabungen begonnen wurde, sind über 80 Gräber entdeckt worden. Wie viele uns noch verborgen sein könnten ist unbekannt. Im Tal der Könige sind insbesondere die Gräber der Herrscher des Neuen Reichs (ca. 1552 v. Chr. bis 1069 v. Chr., 18. bis 20. Dynastie) zu finden.

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Im Tal der Könige

Das Tal befindet sich in Theben-West, gegenüber von Karnak, am Rand der Wüste und ist gesäumt von hohen Bergen, namentlich durch die natürliche Felspyramide el Korn (Das Horn); nahezu das gesamte Gebiet von Theben-West bildet eine riesige Nekropole.

Unweit liegt das beinahe unbekannte Tal der Königinnen. Trotz jahrtausendelanger Aktivität von Grabräubern und Plünderern lieferte das Tal der Könige den Ägyptologen der Neuzeit noch zahlreiche höchst wertvolle Grabungsfunde, unter anderem wurde das weitgehend unversehrte Grab des Tutanchamun dort im Jahr 1922 von Howard Carter entdeckt. Ein Taxi, das unser Guide von der Flugservice Firma für uns organisiert hat, bringt uns auf dem schnellsten Weg zum Tal der Könige. 3 Grabstätten und der Ort des schrecklichen Terroranschlages vor Jahren stehen auf dem Programm. Gegen Baskisch können wir fast überall filmen. Es ist unglaubliche 43 °C heiss und vermögen kaum unseren Wasserhaushalt auszugleichen.

Das erste Grab, das wir besuchen, gehört Ramses IX.

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Abb: Das Grab von Ramses IX

Er war der 8. altägyptische König (Pharao) der 20. Dynastie (Neues Reich) und regierte von 1125 bis 1107 v. Chr. Der Geschichte nach starb Ramses IX bevor das Grab vollständig gebaut worden war. Ein Teil einer Säulenhalle ist nicht fertiggestellt. Die Grabkammer wurde erst in den 70 Tagen nach dem Tod des Pharaos noch schnell behauen. Besonders ich habe nach meiner Erkrankung noch Mühe die vielen Treppen uns Stufen hinauf und hinabzusteigen. Mohammed unser Reiseführer, der mich mit Captain Beat anspricht, beklagt sich über eine Bemerkung von Ihm zu Alain: „Nun hast Du einen guten Eindruck bekommen wie dieses System und die Bakschischmentalität funktioniert“. Erst nachdem ich Alain erklärte, dass ein Angestellter in diesen Anlagen umgerechnet im Schnitt ca. 25 CHF pro Monat vom Staat bekomme und damit eine mehrköpfige Familie nicht ernähren könne und deshalb auf Bakschisch angewiesen, sei ist Mohammed beruhigt.

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Sakofarg des Ramses IX

Wir schleppen uns in der glühenden Hitze zum Grab des Ramses III, welcher von 1217 v. Chr. geboren wurde und das Zeitliche am 13. Januar 1152 v. Chr. gesegnet hat.

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Im Grab von Ramses III

Auch er, ein altägyptischer König (Pharao) der 20. Dynastie (Neues Reich) hat sich ein beachtliches Grabmal bauen lassen. Dieses Grab ist gekennzeichnet durch die einzigartigen Szenen, die in kleinen Kapellen am Haupteingang gemalt sind. Wir steigen die Treppen hinunter, tiefer und tiefer in den Berg. Dann tauchen rechts und links kleine leere Kammern auf, in denen angeblich die Grabbeigaben aufbewahrt wurden. Wir dringen immer tiefer in den Berg, vorbei an den „Pillard Hallen“ und kommen schliesslich zur Grabkammer.

Die Farben sind freundlich und schillernd, zahlreiche originelle Züge verleihen ihm etwas Geheimnisvolles. Mit einer Länge von fünfundzwanzig Metern bietet das Grab die Haupttexte und die wichtigsten Szenen des Zusammentreffens mit den Göttern.

Auf den Mauern dieser Räume sind Möbel, Schwerter, Bögen, Lanzen und Wagen, die zum Begräbnismobiliar gehören, dargestellt. Zu sehen sind weiterhin Szenen, in denen der König persönlich Kornähren in den paradiesischen Feldern schneidet und in einer Barke auf den blauen Kanälen rudert. Das Weiss und das Gold sind besonders strahlend. Die Stufen der Auferstehung sind in einem grossartigen Stil gezeichnet. Die Wände sind mit Plexiglas geschützt was einen etwas sterile Atmosphäre schafft.

Mit letzter Kraft gehen wir zum Grab von Merenptah, dem 4. König (Pharao) der altägyptischen 19. Dynastie (Neues Reich), der von 1213 bis 1203 v. Chr. regierte.
Das Grab war zum Teil seit der Antike zugänglich und wurde 1903-1904 ausgegraben. Dessen Eingang, der durch ein schönes Portal gekennzeichnet war, war nicht verborgen und hatte die Aufmerksamkeit von Dieben und Besuchern auf sich gelenkt. Trotzdem hatte sich im Laufe der Zeit das Grabmal mit Geröll gefüllt. Der Bauplan war einfach, ein steil abfallender Gang führt gerade zu der Begräbniskammer. Der Sarkophag besteht aus poliertem rosa Granit. In ihn sind drei Särge ineinandergestellt. Die Mumie ruhte in einem Sarg aus Alabaster.

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Abb: Der Sakopharg von Merenphtah

Von der Begräbnisausrüstung blieben nur noch Kanopenvasen und Uschebtis erhalten.

Völlig ausgepumpt erreichen wir schliesslich wieder die Oberfläche im Wüstental. Die Hitze ist immer noch erbarmungslos.

Schnell kaufen wir einen Liter Wasser und fahren zu den Tempel der Hatshepsut. Der Terrassentempel der Hatschepsut in Deir el-Bahari ist eine der bekanntesten ägyptischen Touristen-Attraktionen – zu Recht wie wir meinen. 1997 starben hier bei einem Anschlag 58 ausländische Touristen und vier Ägypter. Wir werden nur durch die Tempelanlagen geführt. Ich mache nur wenige Einschüsse aus. Es wird uns versichert dass wir sicher sind hier – und wie!

Es ist 5 Uhr und überall um uns herum kriechen weiss gekleidete Soldaten mit Kalaschnikow Gewehren aus Verstecken. Einige Staatsagenten tragen deutsche MP5, andere Pistolen der Marke SIG. Als wir als letzte die Tempelanlage verlassen, sind wir von einer kleinen bis auf die Zähne bewaffneten Armee umgeben. Aus dem zurückhaltenden, stillen und etwas scheuen Alain ist urplötzlich ein gesprächiger Junge geworden, der mir jetzt viele Geschichten aus seinen Erfahrungen bei Jungwacht erzählt. Das Erlebte wird im Taxi das uns zum Hotel bringt eingehend diskutiert.

Der Metalldetektor meldet sich lautstark als wir bei der Hotellobby durch die Eingangstüren gehen. Das kümmert auch hier wie anderswo keinen der so langweilig dasitzenden Wachtmänner Wir fühlen uns aber rein auf Grund der Statistik sehr sicher hier….

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